RAMESH BALSEKAR

Ramesh Balsekar, 1917 in Mumbai geboren, hatte auch mit 92 Jahren Vitalität und Charisma und empfing noch immer täglich seine Schüler in seinem Wohnzimmer. Er verliess seinen Körper am 27. September 2009.

Lektüre: “Pointers” (in deutsch) von Ramesh Balsekar
www.rameshbalsekar.com

Ramesh_BalsekarZITATE VON RAMESH BALSEKAR

Es gibt nichts ausser Bewusstsein. Jedes Ereignis, jeder Gedanke, jedes Gefühl, das sich auf ein „Individuum“ bezieht, ist eine Bewegung im Bewusstsein, erzeugt vom Bewusstsein. Wenn alles Wasser ist, dann stellt sich nicht die Frage eines Wassertropfens, der die Feuchtigkeit des Wassers sucht – oder sich mit dem Wasser vereinigen will.

Niemand kann dir die Wahrheit sagen. Alles was dir irgendjemand sagt ist ein Konzept.

Ob du eine Million Dollar, oder Erleuchtung willst und ob du dies erreichst liegt nicht in deinen Händen. Wenn du glaubst, dass es deinem willen unterliegt, dann würde ich vorschlagen, dass du lieber versuchst eine Million Dollar anstatt Erleuchtung zu erreichen, denn wenn du die Million Dollar tatsächlich bekommst, dann gibt es jemanden der sich an dieser Million erfreuen kann. Wenn du dich aber um Erleuchtung bemühst, und sie geschieht tatsächlich, dann wird es niemanden geben, der sich darüber freuen kann.

Der weise Mensch hat das uneingeschränkte Verstehen ohne den Schimmer eines Zweifels darüber, was Buddha in folgende Worte gefasst hat: „Ereignisse geschehen, Handlungen werden vollbracht, doch es gibt kein Individuum, das sie ausführt.“

Wenn „dein Wille geschehe“ bedingungslos und ohne die geringsten Vorbehalte akzeptiert wird und man ohne das geringste Gefühl persönlicher Täterschaft das tut, wofür man programmiert worden ist, dann kann es kein Gefühl von Schuld und Sünde geben. Nur wenn man am Leben teilnehmen kann und alles, was geschieht, als Gottes Wille in dem Moment akzeptieren kann – egal ob Freud oder Leid, Glück oder Unglück, Erfolg oder Misserfolg -, dann bedeutet das Selbst-Verwirklichung. In diesem Sinne nimmt der Weise, ohne in seinem Verstand die Bürde von Schuld und Sünde herumzutragen, am Leben teil.

Jede positive Aktion mit der Absicht erleuchtet zu „werden“, setzt die Existenz eines individuellen Wesens voraus, wohingegen „Erleuchtung“ an sich der Zustand ist, in dem kein separates Individuum existieren kann.

Die grundlegende Wahrheit ist, dass die wahre Natur aller empfindenden Wesen reines Bewusstsein ist, die Substanz aller phänomenalen Erscheinungen. Wenn dies akzeptiert wird – und es muss akzeptiert werden – dann ist das, was immer irgendjemand  zu tun wünscht, in der Absicht, erleuchtet zu „werden“, in Wirklichkeit ein Sichabwenden von der grundlegenden Wahrheit.

Glücklich zu leben heisst natürlich zu leben, spontan zu leben, auf äussere Situationen ohne festgelegte Vorstellungen, ohne vorgefasste Meinungen zu antworten – kurz, ohne Einmischung des Verstandes.

Sobald erkannt wird (ein Erwachen zu dieser Tatsache), dass wir keine getrennten Wesen, sondern das Bewusstsein selbst sind (mit der Empfindungsfähigkeit, die das Mittel darstellt, die Manifestation zu erkennen) verschwindet die Illusion des Getrenntseins – die Ursache unseres Leidens und der Bindung. Das bringt die klare Wahrnehmung hervor, dass wir unmanifestiert das Noumen und manifestiert die Erscheinung sind, ebenso wenig getrennt wie die Substanz von ihrer Form (wie das Gold vom Schmuckstück). Die Manifestation steigt aus dem Unmanifestierten auf und sinkt zu gegebener Zeit in das Unmanifestierte zurück. Die Menschen als Individuen sind wirklich irrelevant, ausser natürlich als illusionäre Charaktere in einem Bühnenstück, genannt „Leben“.

Es gibt keine Wahrheit die übermittelt werden könnte. Alles, was alle Weisen oder Heiligen Schriften jemals ausgedrückt haben, sind Konzepte mit denen man entweder übereinstimmt, oder die man ablehnt.

In meinem ursprünglichen Zustand der Einheit und Ganzheit wusste ich nicht einmal, dass ich existiere. Und eines Tages sagte man mir, ich sei „geboren“ worden, ein bestimmter Körper sei „ich“ und ein bestimmtes Paar seien meine Eltern. Danach fing ich an, Tag für Tag weitere Informationen über „mich“ zu akzeptieren und errichtete so eine Schein-Persönlichkeit, nur weil ich die Last auf mich genommen hatte, geboren worden zu sein, obwohl mir voll bewusst war, dass ich niemals diese Erfahrung, geboren zu werden, gemacht hatte und mir mein Körper ohne meine Zustimmung aufgezwungen worden war. Nach und nach wurde die Konditionierung immer stärker und nahm ein solches Ausmass an, dass ich nicht nur die Last akzeptierte, als bestimmter Körper geboren worden zu sein, sondern auch, dass ich eines Tages „sterben“ würde; und das Wort „Tod“ wurde zu einem Grauen, zur Vorankündigung eines schrecklichen Erlebens.

Kann etwas noch lächerlicher sein? Dank der Gnade meines Meisters habe ich meine wahre Natur erkannt und auch, welch grossem Witz ich aufgesessen war.

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